| Namibia:
Bevölkerung
Namibia zählt zu den am
dünnsten besiedelten Gebieten Afrikas und der
Welt (1,9 EW pro qkm). Stärkere Bevölkerungskonzentrationen
gibt es in den Bezirken Ovamboland (ca. 11 EW pro
qkm) und Windhoek (ca. 5 EW pro qkm).
Die Bevölkerung setzt sich
aus zahlreichen, in rassischer und ethnischer Hinsicht
sehr verschiedenartigen Gruppen zusammen. Die Weißen
sind größtenteils als Farmer, in der Verwaltung,
im Handel, und in der Industrie tätig. Ca. 60%
sind burischer Herkunft (Afrikaaner); rund 30% sind
Deutschstämmige, darunter fast ein Drittel mit
deutscher Staatsangehörigkeit. Die restlichen
Weißen sind angelsächsischer Herkunft.
Insgesamt gibt es ca. 75.000 Weiße in Namibia.
Die Nicht-Weißen Namibias,
überwiegend Bantu-Völker, sind sprachlich
und ethnisch von sehr unterschiedlicher Herkunft.
In den fruchtbaren Gebieten des Nordens, in Ovamboland
und am Südufer des Okavango Flußes, leben
die Ovambo (51 % der Gesamtbevölkerung) und die
ihnen verwandten Kavango (9%). Die Herero (8%) sind
ein weiteres Bantu-Volk. Dieser früher halbnomadisierende,
sich der Weidewirtschaft (Rinderzucht) widmende Stamm
lebt in den Gebieten von Otjiwarongo und Gobabis,
wo sie seßhaft geworden sind. Sie arbeiten z.T.
auf den Farmen der Weißen, wo sie abseits vom
Farmgebäude in ihren kleinen, niedrigen Pontoks
wohnen. Das sind Hütten aus Flechtwerk, das mit
Lehm und Kuhmist beworfen ist. Die sehr dunkelhäutigen
Damara oder Bergdama (8%) sind mit den Bantu verwandt,
sprechen aber die Sprache der Nama-Hottentotten. Die
Mehrzahl der Nama (4%) siedeln im südlichen Teil
Namibias (Namaland), wo sie Schafzucht betreiben und
auf den dürftigen Weiden Ziegen halten.
Die kleinwüchsigen Buschmänner
(3%), oder auch San genannt, sind ein primitives Volk,
das zurückgezogen im Sandveld der Kalahari, weitgehend
vom Jagen und Sammeln lebt. Die im Land verbreiteten
Felszeichnungen und gravierungen stammen von
den Buschmännern. Sie gelten als die ältesten
Einwohner des Landes.
Eine Mischrasse aus den Nachkommen
der Buren und der Hottentotten sind die Rehoboth Baster
(2%). Die Rehoboth Baster sind in den letzten Jahrhunderten
aus dem Kapland zugewandert. Sie haben ihren Namen
von dem Ort Rehoboth, in dessen Nähe sie sich
niedergelassen haben und dort Farmwirtschaft betreiben.
Ferner leben in Namibia die im Caprivizipfel
lebenden Bantu (3%), Ovahimbas im Kaokoland (1%),
die Tswana (0,5%), sowie die Coloureds (4%), eine
Mischbevölkerung aus Europäern, Bantu, Malaien
und Hottentotten.
Bei der damaligen Landverteilung
in Gebiete der Weißen und Schwarzen, standen
den Stammesangehörigen nur ca. ein Viertel der
Gesamtfläche Südwestafrikas zur Verfügung.
Ihre Gebiete lagen mit Ausnahme der Nama- und Rehoboth
Heimatländer im regenreichen Norden des Landes.
Das weiße Siedlungsgebiet, ca. die Hälfte
des Landes, entfällt auf die trocknen, durch
Grundwasser erschließbaren Regionen des inneren
Hochlandes. Das übrige Land umfaßt den
Diamantensperrbezirk, die Naturschutzgebiete, sowie
Tierparks. Die Einwohner Namibias sind zum größten
Teil Christen (70%). Mit Ausnahme der Ovambo und Kavango,
die auch christlich beeinflußt sind und eine
eigene Kirchenorganisation besitzen, sind die Schwarzen
noch meist Anhänger von Naturreligionen.
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